Archiv für 'Politik'Kategorie

Was hat uns die Weltraumtechnik bisher gebracht?

August 2, 2008

Heute ist ein großer Tag. Auch wenn es schon eine Weile bekannt war, gibt es jetzt die offizielle Bestätigung: Die NASA hat Wasser auf dem Mars gefunden. Die Auswirkungen dieser Entdeckung sind gewaltig – damit sind jetzt bemannte Marsexpeditionen denkbar und sogar die Entdeckung außerirdischer Lebensformen möglich. Und trotzdem wird im Internet gemütlich getrollt:

Richtig, nichts. Und unsere werten Politiker unterstützen diesen
Wahnsinn. Jetzt hat die NASA für einen Gegenwert von einigen hundert
Millionen Dollar Wasser auf dem Mars gefunden, toll. Vielleicht
finden sie dort demnächst auch noch einen Fisch.

Mal abgesehen davon, dass ein Fisch auf dem Mars natürlich eine grandiose Entdeckung wäre, die gewissermaßen einen alten Menschheitstraum erfüllen würde, hat uns die Weltraumtechnik schon einiges gebracht, auch im praktischen Leben.
Der oben zitierte Heise-Kommentator würde sich wohl ohne sein GPS-Navigationsgerät gnadenlos verfahren. Und die Liveübertragungen von den olympischen Spielen in China demnächst wären auch nicht ohne Satelliten möglich. Oder Google Earth. Das gleiche gilt für Dinge wie Satellitentelefonie, Beobachtung von Umweltschäden aus dem All und diverse andere Dinge. Ohne Weltraumtechnik wäre unsere heutige Welt eine völlig andere. Und genau daher lohnt es sich auch, sie weiter zu finanzieren.

Das Argument, dass das Geld auf der Erde besser aufgehoben wäre und es sinnvoller wäre, damit die Armut auf der Welt zu bekämpfen, ist schlecht. Sinnvoll wäre eine Bekämpfung der Armut natürlich, aber kein Staat würde das in der Weltraumfahrt gesparte Geld in die Entwicklungshilfe stecken. Das ist genauso utopisch wie ein Streichen der Militärausgaben.

Jeder ist Al-Qaeda

Juni 29, 2008

Die Washington Post berichtet über die technischen Möglichkeiten von Al-Qaeda. Das wirklich erstaunliche daran ist, dass wirklich jeder diese technischen Möglichkeiten hat.
Alles, was Al-Qaeda benötigt, um weltweit Propaganda zu betreiben, sind ein paar Videokameras, Laptops und die passende Software. Das haben wir vielleicht mit Ausnahme der Videokamera alle zuhause rumstehen. Moderne Rechner bieten genug Leistung zum Bearbeiten von Videos und selbst die manchmal recht teure Software lässt sich recht einfach raubkopieren.
Die letzten Wochen habe ich zusammen mit zwei Kommilitonen an einem Videoprojekt für die Universität gesessen. Eine richtig gute Kamera konnte ich mir an der Uni ausleihen und den Rest der Arbeit haben wir an unseren Heimrechnern gemacht. Videoschnitt ist zwar zeitaufwändig und benötigt einige Einarbeitungszeit, aber er ist keine eigene Wissenschaft. Mit unseren Fähigkeiten wären wir auch locker in der Lage, ein Propagandavideo für Osama bin Laden zu drehen.
Auch andere Dinge, die in dem Artikel angesprochen werden, sind eher Lowtech. Als Terrororganisation ist es natürlich völlig logisch, dass die Kommunikation verschlüsselt wird – GNUPG ist kostenlos und einfach zu bedienen, das im Artikel erwähnte PGP ist dagegen sogar unsicher. Auch verschlüsseltes VOIP, Proxies und ähnliches sind keine arkane Kunst. Jeder, der sich mal einen Nachmittag Zeit nimmt und sich über Verschlüsselung, sichere Kommunikation und so weiter informiert, hat die technischen Fähigkeiten von Al-Qaeda.
Wichtiger ist das Netzwerk. Ohne Menschen, die in einem terroristischen Propagandanetzwerk mitarbeiten, bringt das ganze nichts. Und ohne eine interessierte Öffentlichkeit, die jedes Video schaut und kommentiert, sendet man in den luftleeren Raum. Und hier liegt auch genau der Knackpunkt im Umgang mit Al-Qaeda: Es bringt nichts, sich über die technischen Fertigkeiten aufzuregen oder einen „War on Propaganda“ zu führen. Solange es Unterstützer gibt, die mit den Zielen der Organisation sympathisieren, wird das alles nichts bringen. Diese Unterstützung gilt es zu entziehen und das geht eben nicht mit Kriegen und ähnlichen Aktionen.

Liebe Medien

Mai 14, 2008

natürlich sind die Wahlen in den USA wichtig, denn immerhin sind sie die momentan mächtigste Weltmacht. Und natürlich ist es auch gut, wenn ihr über die politische Lage in anderen Ländern berichtet. Aber momentan übertreibt ihr mit der Berichterstattung über den gräßlichen Vorwahlkampf deutlich. Die ganze Angelegenheit hat sich zu einer peinlichen Farce entwickelt und es ist jetzt definitiv Zeit, die Berichterstattung herunterzufahren bis es endlich einen Sieger gibt. Dann könnt ihr meinetwegen in moderatem Rahmen auch über den richtigen Wahlkampf berichten.
Weil ihr aber so viel Zeit mit den US-Wahlen verbringt, bleiben andere Wahlen leider bei euch außen vor. Serbien hat letztens gewählt. Kennt irgendwer den Staatschef Österreichs? Oder unseres Nachbarlandes Dänemark? Den aus der Schweiz? Oder wie hieß nochmal der Chef der Chinesen? Richtig – weniger USA, mehr Berichte aus anderen Ländern bitte!

Der Bund gegen Anpassung

Mai 4, 2008

Wer bislang dachte, dass wirre politische Ideen sich auf schlecht gestaltete Internetseiten beschränkt, den belehrt der Bund gegen Anpassung eines besseren. Nach eigener Aussage ist er „ungefähr das moderne Äquivalent zu den Bolschewiki im zaristischen Rußland oder zu den Juden im christlichen Mittelalter: einfach nicht gleichzuschalten und mit einem klaren Bewußtsein der eigenen Ziele.“
Und er beschränkt sich nicht nur auf wirre Internetseiten, sondern schmeißt zumindestens in Freiburg auch ab und an mal Flugblätter in die Briefkästen, die mindestens genauso wirr sind. Lesen lohnt sich, da das ganze sehr erheiternd ist.

Das Problem unserer Gesellschaft

April 5, 2008

Genau solche Leute sind das Problem. Frührentner mit zuviel Zeit auf einem heiligen Kreuzzug, absolute Gesetzeshörigkeit und Null Toleranz-Ansichten. Warum können solche Leute nicht andere einfach ihr Leben leben lassen?